Was ändert sich mit dem digitalen Fernsehen für die Wohnungswirtschaft?

Interview mit Christian Müller von der Wowikom Consulting GmbH

Christian Müller, Prokurist der Wowikom Consulting GmbH (Quelle: Wowikom Consulting GmbH)Ab dem 30.04.2012 ist der analoge Satellitenempfang in Deutschland Geschichte. Was muss der Wohnungsverwalter in Hinblick auf die Umstellung auf digitales Fernsehen tun?

Von der Abschaltung sind nur analoge Satellitenanlagen betroffen. Nutzer von DVB-T (digitales Antennenfernsehen) oder IP-TV sind nicht betroffen, genauso wenig die Kunden der großen Kabelnetzbetreiber, da diese vorerst die digitalen Programme reanalogisieren. Liegenschaften, die über digitale Satellitenanlagen verfügen, merken von der Umstellung ebenfalls nichts. Verwalter, die noch analoge Satellitenanlagen in ihren Beständen haben, sollten das Thema Modernisierung als TOP auf die nächste WEG Versammlung nehmen.

Was ändert sich für die Bewohner?

Nach der Umrüstung müssen sich die Bewohner digitale Receiver zulegen. Digitale Anlagen bieten in der Regel ein größeres Programmspektrum und eine bessere Qualität.

Empfiehlt sich in diesem Zug nicht ein Wechsel zu terrestrischem oder Kabelempfang?

Der Kabelanschluss ist durch Zusatzdienste wie breitbandiges Internet, Telefon oder Video- On-Demand trotz monatlicher Gebühren attraktiv. Satellitenempfang bietet eine große Programmvielfalt von mehreren tausend Programmen. Er empfiehlt sich, wenn viele Fremdsprachenprogramme eingespeist werden müssen. Die Kosten sind abhängig von den Vertragskonstellationen. DVB-T (Antennenfernsehen) sehen wir als mobiles Fernsehen an – nicht zur Versorgung von Liegenschaften.

Von der Modernisierung von SAT-Aufbereitungsanlagen raten wir ab: diese Technik ist aus unserer Sicht nicht zukunftsfähig und wegen des Eingriffs in das Urheberrecht hoch kompliziert.

Um digitales Fernsehen zu nutzen, muss vielfach die Hausverteilanlage aufgerüstet werden. Muss der Mieter eine daraus resultierende Mieterhöhung in Kauf nehmen?

Miethausbesitzer und Gemeinschaften können eine Aufrüstung der Hausverteilanlage beschließen. Die Kosten hierfür werden bei Laufzeitverträgen mit Kabelnetzbetreibern oder Mietverträgen mit Handwerkern i.d.R. über die Betriebskosten umgelegt. Wir haben hierzu gemeinsam mit Verwaltern des BVI Vertragsmodelle entwickelt, die Gemeinschaften rechtlich absichern und die
Vorgaben der Betriebskostenverordnung berücksichtigen. Bei einer Modernisierung der Hausverteilanlage handelt es sich laut BGH um eine vom Mieter zu duldende wohnwertsteigernde Maßnahme. Neben der Durchsetzung der Modernisierung in den Räumen des Mieters ermöglicht dies vor allem auch die Umlage der Kosten gemäß § 559 BGB bei einer Modernisierung mittels eines Werkvertrages. Wichtig ist die Installation einer modernen Hausverteilanlage, die keine Versorgungsmöglichkeit ausschließt. Strategisch sollten sich Miethausbesitzer und Gemeinschaften anbieterunabhängig machen, indem sie sich Zugriff und Vermarktungspotential ihrer Hausnetze sichern.

Christian Müller
E-Mail: mueller@wowikom.de

Foto: Wowikom Consulting GmbH

Archiv

  • Ausgabe 03/2016
  • Ausgabe 02/2016
  • Ausgabe 01/2016
  • Ausgabe 06/2015
  • Ausgabe 04/2015
  • Ausgabe 05/2015
  • Ausgabe 03/2015
  • Ausgabe 02/2015
  • Ausgabe 01/2015
  • Ausgabe 06/2014
  • Ausgabe 05/2014
  • Ausgabe 04/2014
  • Ausgabe 03/2014
  • Ausgabe 02/2014
  • Ausgabe 01/2014
  • Ausgabe 06/2013
  • Ausgabe 05/2013
  • Ausgabe 04/2013
  • Ausgabe 03/2013
  • Ausgabe 02/2013
  • Ausgabe 01/2013
  • Ausgabe 06/2012
  • Ausgabe 05/2012
  • Ausgabe 04/2012
  • Ausgabe 03/2012
  • Ausgabe 02/2012
  • Ausgabe 01/2012
  • Ausgabe 05/2011
  • Ausgabe 04/2011
  • Ausgabe 03/2011
  • Ausgabe 02/2011
  • Ausgabe 01/2011
  • Ausgabe 02/2010
  • Ausgabe 01/2010
  • Ausgabe 01/2009
Ihr direkter Weg zur BVI-Website

Besuchen Sie uns auf unserer Website und informieren Sie sich ausführlich über unsere starke Gemeinschaft unter www.bvi-verwalter.de