Der Siegeszug von erneuerbaren Energien

20 Jahre EEG

Im Jahr 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Bis dahin war eine potenzielle Vollversorgung von Sonne, Wasser, Wind und Biomasse eine Utopie. Heute haben sie bereits einen Anteil von 40 Prozent.

 

Vor dem EEG dominierte die Meinung, dass erneuerbare Energien langfristig nicht mehr als vier Prozent des Strombedarfs decken könnten. Auch heute stoßen sie noch vielerorts auf Skepsis. Dabei gilt das EEG als Erfolgsmodell, das in Deutschland die Energiewende vorangebracht hat und damit zahlreiche Investitionen für die Wirtschaft ausgelöst und deutlich zum Klimaschutz beigetragen hat. Über 80 Staaten weltweit haben das Modell kopiert.

Mythos teurer Öko-Strom

Insgesamt kostete die Ökostromförderung einen dreistelligen Milliardenbetrag. Die hohen Entwicklungskosten zu Beginn wurden per Gesetz über den Strompreis finanziert. Dass Erneuerbare Energien deutlich teurer als fossile Kraftstoffe sind, kann dennoch als Mythos entlarvt werden. Durch die Einspeisung erneuerbarer Energien wurde der Strompreis an der Börse gesenkt. Diese kommen aber aufgrund der EEG-Umlage nicht bei den Verbrauchern an. Die EEG-Umlage berechnet sich aus der Differenz der Vergütungssätze der erneuerbaren Energien und des Strompreises. Das heißt je günstiger der Strompreis umso teurer die EEG-Umlage.

Dies schafft den Eindruck von Öko-Strom als Luxusgut. Dabei hilft die Energiewende, hohe Kosten durch fossile Energien – ganz zu schweigen von den politischen Kosten – zu vermeiden.

Förderende für älteste Anlagen

Das Förderende für die ältesten Erneuerbare-Energien-Anlagen mit Ablauf der 20 Jahre stellt nun für das Gelingen der Energiewende eine Herausforderung dar. Auch auf politischer Seite wurden Forderungen nach einer Verlängerung dieser Förderung eher nur verhalten laut.

Nun liegt der Referentenentwurf zur EEG-Novelle (EEG 2021) vor. Für 23. September wurde die Befassung im Bundeskabinett vorgesehen (Stand bei Redaktionsschluss). Vor allem der seit Jahren stagnierende bzw. rückläufige Ausbau von Windprojekten soll mit der Novelle neuen Auftrieb erhalten. Zudem enthält der Entwurf Neuregelungen zum Themenkomplex Mieterstrom, die EEG-Umlage soll sinken. Die EEG-Reform soll zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. Sie verfolgt das Ziel, dass der gesamte Strom in Deutschland im Jahr 2050 treibhausgasneutral ist.

 

Verena Leonhardt

bvi-verwalter.de

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