Partys feiern und Steuern sparen – geht das?

Bewirtung von Geschäftspartnern

Kann man die Bewirtung von Geschäftsfreunden als Betriebsausgabe verbuchen? Ja, das geht, hat der Bundesfinanzhof entschieden – allerdings setzt er dem Steuerabzug Grenzen.

Unternehmer und Freiberufler dürfen die Kosten für die Unterhaltung und Bewirtung von Geschäftsfreunden im Rahmen eines Gartenfestes grundsätzlich von der Steuer abziehen. Dies hat der Bundesfinanzhof entschieden (BFH, Az.: VIII R 26/14). Im Urteilsfall hatte eine Anwaltskanzlei „Herrenabende“ mit bis zu 358 Gästen im Privatgarten eines Partners der Sozietät veranstaltet. Die Ausgaben von bis zu 22.800 Euro wurden als steuersparende Betriebsausgaben verbucht. Das Finanzgericht lehnte das jedoch in erster Instanz ab – mit Hinweis auf das Abzugsverbot für überflüssige und unangemessene Repräsentation.

Die BFH-Richter dagegen befanden, dass solche Gartenpartys oder andere Feste mit Geschäftspartnern keineswegs generell vom Steuerabzug ausgeschlossen sind. Somit darf das Finanzamt die Kosten nur dann streichen, wenn die Grenzen des Üblichen überschritten sind, wie bei Golfturnieren oder Schiffsausflügen. Hier wird die Veranstaltung zu einem besonderen Event.

Unternehmer und Freiberufler sollten daher bei Festen für Geschäftsfreunde darauf achten, dass das Ambiente nicht zu exklusiv und das Unterhaltungsprogramm qualitativ nicht zu hochwertig geraten. Die Kosten können meines Erachtens auf jeden Fall als üblich angesehen werden, wenn sie maximal 110 Euro pro Teilnehmer betragen. Denn diesen Wert akzeptiert das Finanzamt auch bei Betriebsfeiern für Mitarbeiter. Es empfiehlt sich, den betrieblichen Charakter der Party zu betonen, etwa durch Fachvorträge oder Infos zu Produkten, Dienstleistungen, Markttendenzen. Wer zudem per Gästeliste belegt, dass keine privaten Freunde eingeladen waren, dürfte den Steuerabzug sicher haben.

Quelle: www.impulse.de

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