Immobilienwirtschaftlicher Dialog zur Sanierung von WEGs

Der BVI beim Expertengespräch mit den Bundesministerien

Im Rahmen des Immobilienwirtschaftlichen Dialogs fand unter Beteiligung des BVI am 14. Oktober 2014 ein weiteres Expertengespräch in Berlin statt. Die Leitung lag beim Parlamentarischen Staatssekretär Florian Pronold, der zusammen mit Verbandsvertretern, Mitgliedern aller Fraktionen des Deutschen Bundestages und Fachexperten aus Wissenschaft und Praxis die aktuellen Fragen zum Investitionsverhalten und zum bezahlbaren Wohnen in Wohnungseigentümergemeinschaften erörterte.

Die energetische Sanierung und der altersgerechte Umbau von Bestandsgebäuden sind angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen zum Schutz des Klimas und der Anpassungen an den demografischen Wandel von großer Bedeutung. Im Fokus stehen hier Wohnungseigentümergemeinschaften als wichtige Akteure auf dem deutschen Wohnungsmarkt sowohl bei Bestandsinvestitionen als auch bei der Neubaugestaltung vor spezifischen Problemkonstellationen.

Finanzierungsbremsen bei der WEG-Sanierung

Mit den Investitionshemmnissen bei Wohnungseigentümergemeinschaften hat sich eine Forschungsstudie des Bundesbauministeriums befasst, deren Ergebnisse beim Expertengespräch präsentiert wurden. In der Studie wurden Entscheidungsprozesse von Wohnungseigentümergemeinschaften zu energetischen und altersgerechten Sanierungsmaßnahmen untersucht. Für ein Gelingen von Investitionsprozessen ist demnach ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren notwendig. Dazu gehören geeignete Finanzierungsangebote, ein verantwortungsvoller und aktiver Immobilienverwalter, wie auch der Wille und entsprechende finanzielle Möglichkeiten bei den Eigentümern. In Ergänzung zur Studie stellten Vertreter von Kreditinstituten beim Expertengespräch ihre spezifischen Finanzierungsangebote für WEGs vor.

Florian Pronold sprach sich dafür aus, die Rahmenbedingungen für Investitionen von WEGs weiter zu verbessern und Anreize zu setzen, so dass erforderliche und zukunftsweisende Sanierungsmaßnahmen leichter umgesetzt werden können. Ein Baustein in diesem Anreizsystem bildet das neue KfW-Zuschussprogramm zum altersgerechten Umbau, das seit dem 1. Oktober 2014 angeboten wird. Bei allen Sanierungsmaßnahmen, so Pronold, sollte die soziale Dimension stets berücksichtigt werden. Ziel sollte es sein, dass Wohnungseigentümer ebenso wie deren Mieter eine Sanierung nicht als Bedrohung empfinden, sondern als eine Steigerung der Wohnqualität und als einen Beitrag zum Werterhalt der Immobilie.

Qualitätssicherung in der Wohnungsverwaltung

Ein weiteres wichtiges Thema war die qualifizierte Verwaltung von Wohngebäuden, die angesichts der komplexen Gesetzeslage immer anspruchsvoller wird. Der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e. V. setzt sich seit seinem Bestehen für die Einführung von Mindestvoraussetzungen zur Ausübung der Verwaltertätigkeit ein. Diese Bemühungen sind nun endlich von Erfolg gekrönt. Im Rahmen des Expertengesprächs kündigte die Bundesregierung an, noch bis Ende dieses Jahres einen Vorschlag zur Umsetzung der im Koalitionspapier festgelegten Zugangsvoraussetzungen vorzulegen. Als sicher gelten die Einführung eines Sachkundenachweises und der Vermögensschaden- Haftpflichtversicherung. Beide Forderungen sind im BVI bereits seit Jahren umgesetzt. Zusätzlich fordert der Verband zur Mitgliedsaufnahme den Nachweis einer Betriebshaftpflicht- und Vertrauensschadenversicherung. Beide Versicherungspflichten wurden von dem rund 50 Experten umfassenden Gremium zwar diskutiert, ihre Einführung soll aber lediglich geprüft werden.

Die Zugangsvoraussetzungen sollen in der Gewerbeordnung festgeschrieben werden. Damit obliegt die Federführung des Projekts dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Das nächste Expertengespräch wird im Dezember 2014 stattfinden. Der BVI wird dann erneut zum Dialog vor Ort sein.

Cornelia Freiheit

Foto: BMUB/Sascha Hilgers

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