Förderungschancen für die Immobilienbranche

Der Digitalbonus

Spätestens mit dem Corona-bedingten Aufruf ins Home-Office zu wechseln wurde es deutlich: Die Digitalisierung ist, obwohl sie gerade in der aktuellen Situation viele Vorteile bietet, noch nicht vollkommen im Berufsalltag angekommen. Dabei gibt es im Bund und zahlreichen Bundesländern Förderungen für Digitalisierungsmaßnahmen, die auch die Immobilienbranche nutzen kann. In Bayern, Niedersachsen und Thüringen laufen diese unter dem Namen Digitalbonus.

Digitalbonus in Bayern

In Bayern werden pro Jahr 20 Mio. Euro ausgezahlt. Die Förderungen können von KMUs bis zu 250 Mitarbeitern mit Firmensitz in Bayern beantragt werden. Kleine Unternehmen bis maximal 49 Mitarbeiter erhalten max. 50 Prozent Zuschuss, mittlere Unternehmen maximal 30 Prozent. Die förderfähigen Ausgaben müssen mindestens 4.000 Euro betragen, ansonsten fallen sie unter die Bagatellgrenze. Beim Digitalbonus Standard erhalten Unternehmen maximal 10.000 Euro, beim Digitalbonus Plus maximal 50.000 Euro Zuschuss. Zudem gibt es noch die Möglichkeit des Digitalbonus Kredits, bei dem die maximalen Finanzierungskosten bei zwei Mio. Euro liegen.

Gefördert werden die Entwicklung, die Einführung oder die Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen durch Hardware und Software im Bereich IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) sowie Migration und Portionierung von IT-Systemen und -Anwendungen. Ebenfalls wird die Einführung oder Verbesserung der IT-Sicherheit bezuschusst.

Die Förderung wird nicht für interne Personalkosten, Standard-Hard- oder -Software, Standard-Webseiten, Standard-Web-Shops oder simple Online-Marketing-Maßnahmen vergeben.

Der Antrag auf die Förderung muss online und postalisch erfolgen. Monatlich gibt es eine bestimmte Anzahl an Antragskontingenten. Da diese Kontingente häufig schon innerhalb weniger Stunden aufgebraucht sind, empfiehlt es sich, alle Unterlagen bei Öffnung des Antragportals bereit zu haben. Weitere Informationen unter www.digitalbonus.bayern

Digitalbonus in Niedersachsen

Der Digitalbonus Niedersachsen trat im September 2019 in Kraft und existiert voraussichtlich bis Ende 2021. Er wird von der NBank verwaltet, die die Anträge, die über ein Kundenportal und postalisch erfolgen müssen, entgegennimmt. Das Land stellt ein Gesamtvolumen von 15 Millionen bereit.

Auch in Niedersachsen können Unternehmen bis 250 Mitarbeiter den Digitalbonus beantragen. Dies inkludiert ausdrücklich auch kleine freiberufliche Planungsbüros im Bereich des digitalen Bauens sowie Handwerksbetriebe. Firmensitz muss in Niedersachsen sein. Wie beim Digitalbonus Bayern erhalten kleine Unternehmen maximal 50 Prozent Bezuschussung, mittlere Unternehmen maximal 30 Prozent. In beiden Fällen beträgt die maximale Fördersumme 10.000 Euro. Der beantragte Zuschuss muss mindestens 2.500 Euro beantragen.

Nach Bewilligung der Förderung haben Unternehmen ein Jahr Zeit um das geförderte Projekt durchzuführen. Danach muss innerhalb von drei Monaten die Dokumentation eingereicht werden. Wichtig: Der Beginn der Maßnahme muss nach der Bewilligung der Förderung liegen.

Auch beim Digitalbonus Niedersachsen werden Investitionen in Soft- und Hardware zur Digitalisierung von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen und die Verbesserung der IT-Sicherheit gefördert. Nicht förderfähig sind Eigenleistungen und eigene Personalausgaben des Unternehmens, Beratungsleistungen externer Berater, Ersatzbeschaffungen, die im Funktionsumfang gleich zu dem vorherigen Modell sind, IKT-Grundausstattung (Laptops, Handys, Scanner, Betriebssysteme), Online-Marketing-Maßnahmen sowie Schulungen zu Hard- und Software. Weitere Informationen auf www.nbank.de.

Digitalbonus Thüringen

Auch den Digitalbonus Thüringen können Unternehmen bis 250 Mitarbeiter beantragen. Dafür müssen sie den Sitz oder die Betriebsstätte im Land Thüringen haben. Der Digitalbonus wird von der Aufbaubank verwaltet.

Die Förderung beträgt bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal jedoch 15.000 Euro. Die förderfähigen Ausgaben müssen mindestens 5.000 Euro betragen und dürfen 150.000 Euro nicht überschreiten. Vermittler- bzw. Maklergewerbe sind ausdrücklich von der Förderung ausgeschlossen. Das eingereichte Vorhaben muss zu einem erheblichen Digitalisierungsfortschritt im Betriebsprozess bzw. Produkt- und Dienstleistungsportfolio oder der Informationssicherheit des Unternehmens führen. Gefördert werden auch Ausgaben für Hardware und Software einschließlich der Ausgaben für Leistungen externer Dienstleister zur Migration und Portierung von IT-Anwendungen und IT-Systemen. Weitere Informationen auf www.aufbaubank.de/foerderprogramme/digitalbonus-thueringen.

Verena Leonhardt

www.bvi-verwalter.de

 

Einen Kommentar schreiben
Kommentieren