Die Pflichten der Eigentümer

Energieausweise in Wohn-, öffentlichen und privatwirtschaftlichen Gebäuden

Eine deutliche Verschärfung, die sich aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 ergibt und auch für Immobilienverwalter interessant ist, ist die Verpflichtung zur Vorlage und Übergabe eines Energieausweises bei Verkauf oder Vermietung von Bestandsimmobilien. Bei Neubauten gehörte der Energieausweis bereits zum Standard, bei Bestandsimmobilien spielte er bislang eine untergeordnete Rolle.

Mit dem § 16a der EnEV 2014 wird die verpflichtende Angabe von energetischen Kennwerten in Immobilienanzeigen aller Art sowohl in Zeitungen als auch im Internet geregelt. Diese müssen zahlreiche Pflichtangaben enthalten: Zunächst die Art des Energieausweises (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis) sowie im Ausweis genannte Informationen zum Wert des Endenergiebedarfs oder -verbrauchs, zum wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes, zum Baujahr und bei Wohngebäuden auch zur Energieeffizienzklasse.

Aushändigen und Aushängen des Energieausweises

Eigentümer, die ihre Immobilie verkaufen oder vermieten wollen, trifft die Pflicht, potenziellen Interessenten spätestens bei der Besichtigung einen gültigen Energieausweis vorzulegen und diesen bei Vertragsabschluss zu übergeben. Bislang erfolgte dies nur auf Verlangen. Zuwiderhandlungen gelten als Ordnungswidrigkeit und werden mit Bußgeldern von bis zu 15.000 Euro bestraft. Diese Strafregel gilt seit dem 01.11.14. Die EnEV 2014 erweitert auch die bestehende Aushangpflicht des Energieausweises. Er muss in öffentlichen Gebäuden mit einer Nutzfläche über 500 m² (bisher 1.000 m²) sichtbar sein. Ab dem 08.07.15 wird sich dieses Maß nochmals um die Hälfte verringern. Wenn der Eigentümer das Gebäude nicht selbst nutzt, wird künftig der Mieter oder Pächter den Energieausweis aushängen. Der Eigentümer muss ihm dafür das Original oder eine Kopie übergeben.

Eigentümer von vielbesuchten, großflächigen privatwirtschaftlichen Gebäuden – wie Hotels, Banken, Kinos, Supermärkten, Theatern – waren seit 1. Mai 2014 verpflichtet, einen Energieausweis auszuhängen, wenn ein gültiger Energieausweis vorlag. Wenn diese Energieausweise jedoch zu denjenigen älteren Ausweisen gehörten, die aufgrund der Regelungen der EnEV 2014 nur bis zum 31. Oktober 2014 galten, müssen die Eigentümer nun jeweils neue Energieausweise ausstellen lassen und aushängen. Die Aushangpflicht entfällt auch nicht nachträglich wieder durch den Ablauf der Karenzzeit am 31. Oktober 2014. Die Karenzzeit diente lediglich der Vermeidung von Härten.

Ausstellung und Kontrolle des Energieausweises

Die neuen regulatorischen Auflagen bedeuten für Eigentümer ein verändertes Vorgehen. Soll eine Immobilie verkauft oder neu vermietet werden, muss seit dem 1. Mai 2014 zunächst geklärt werden, ob ein alter Energieausweis vorliegt. Dieser kann um die neu erforderlichen Angaben ergänzt werden. Gibt es keinen Ausweis, muss dieser neu erstellt werden. Die Energieeinsparverordnung enthält genaue Vorschriften, wer einen Energieausweis ausstellen darf. Für Bestandsimmobilien gelten bundesweit einheitliche Regeln, bei Neubauten regeln dies die Bundesländer über das jeweilige Baurecht. Ausstellungsberechtigt sind sogenannte Bauvorlageberechtigte oder bestimmte Sachverständige. Dies können, bei entsprechender Sachkenntnis, Architekten oder Ingenieure, Handwerksmeister oder staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker sowie ausgebildete Energieberater sein. Die Ausstellung eines Energieausweises ist kostenpflichtig.

Gemäß § 26 der EnEV werden nunmehr die Bundesländer stichprobenartig überprüfen, ob Immobilieneigentümer die gesetzlichen Vorgaben für Energieausweise einhalten. Zu diesem Zweck werden in den einzelnen Bundesländern Kontrollsysteme geschaffen, die länderspezifisch ausgestaltet werden. Werden die Unterlagen und Daten für Stichprobenkontrollen nicht richtig übermittelt, droht ein Bußgeld von 5.000 Euro. Die Ausstellung des Energieausweises wird behördlich registriert. Die Registriernummern werden seit dem 1. Mai 2014 durch das Deutsche Institut für Bautechnik vergeben.

Cornelia Freiheit

Foto: vege/Fotolia

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