Nur ein Drittel hat Ladesäulen auf der Agenda

GEIG trifft die Immobilienverwaltung unvorbereitet

Das neue Gebäude-Elektromobilitäts-Infrastrukturgesetz (kurz GEIG) legt fest, wann, wie und wo Ladesäulen vorzuhalten sind. Auf Immobilienverwalter kommt dabei eine zentrale Aufgabe zu. Wir wollten von unseren Mitgliedern wissen, welche Vorbereitungen sie bereits getroffen haben.

Im GEIG ist der verpflichtende Einbau von Ladesäulen bzw. einer Ladeinfrastruktur für Elektro-Autos geplant (siehe auch das Schwerpunktthema im BVI-Magazin Ausgabe 05/2020). Die Regelung gilt sowohl für Wohngebäude als auch Nicht-Wohngebäude, die über mehr als zehn Stellplätze verfügen. Diese umfassenden Änderungen bedeuten einen hohen Aufwand für Immobilienverwalter, da trotz herber BVI-Kritik die Hauptlast für das GEIG in der Immobilienwirtschaft angesiedelt ist. Wir wollten darum von unseren BVI-Mitgliedern wissen, wie ausführlich ihre Erfahrungen mit den Inhalten des Gesetzesentwurfes sind. Das Ergebnis: Obwohl mehr als die Hälfte über die Gesetzesinhalte Bescheid wissen, hat nur rund ein Drittel mit der Planung bereits begonnen.

Nur wenige WEGs verfügen über Ladesäulen

Eine Steigerung der Elektromobilität, wie sie von der Bundesregierung mit dem GEIG angestrebt wird, braucht auch eine entsprechende Infrastruktur an Ladesäulen. Insgesamt verfügen bislang nur bei 15 Prozent der BVI-Mitglieder vereinzelte WEGs über Ladesäulen.

Technische Hürden vor mangelndem Verständnis

Technische Hürden (42 Prozent) sowie das mangelnde Verständnis bzw. die fehlende Bereitschaft der Eigentümer für die finanzielle Mehrbelastung (35 Prozent) werden als die größten Hürden (aus Verwalterperspektive) bei der Umsetzung des GEIGs und bei der Elektromobilität im Allgemeinen gesehen. Eine schlechtere Umsetzbarkeit im ländlichen Raum spielt aktuell keine Rolle.

Verwalter schätzen das GEIG sowie das Bekenntnis der Bundesregierung zur Elektromobilität mit einer weiten Bandbreite von „unrealistisch und praxisfremd“ über „eine simple Verschiebung von Zuständigkeiten“ bis hin zu einer „Herausforderung“ und zu erwartender „Mehrarbeit und viele Diskussionen“ ein.

Wer bezahlt den zeitlichen Mehraufwand?

Die größten Sorgen bereiten den BVI-Immobilienverwaltern dabei die Fragen über die Bezahlung des zeitlichen Mehraufwands, wer überhaupt für die höheren Stromkosten aufkommen soll und Fragen zur Stromversorgung im Allgemeinen.

Bei der Umfrage handelte es sich um eine BVI-Mitgliederumfrage. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, zeigen aber deutlich einen großen Informations- und Klärungsbedarf, wie Immobilienverwalter die Herkules-Aufgabe „Elektromobilität“ lösen und vor allem auch ihren Eigentümern schmackhaft machen können. Die Umsetzung darf dabei nicht nur auf den Schultern der Immobilienwirtschaft lasten. Auch die Verkehrspolitik sowie die Wirtschaftszweige Automobilindustrie, Batteriehersteller, Netzbetreiber, Stromversorger und nicht zuletzt die Städteplanung für die Vorbeugung von Flächenproblemen müssen eine tragende Rolle einnehmen, damit die Umstellung auf Elektromobilität gelingen kann.

BVI e.V.

www.bvi-verwalter.de

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