Was jetzt als BVI-Mitglied auf Sie zukommt

Gesetz zur Berufszulassung bleibt weit hinter den Erwartungen zurück

Liebe BVI-Mitglieder, liebe Immobilienverwalter, der Bundestag hat am Donnerstag, den 22.06.2017, das Gesetz zu Berufszugangsvoraussetzungen für Wohnimmobilienverwalter beschlossen. Das Ergebnis ist enttäuschend.

Als BVI Bundesfachverband für Immobilienverwalter e.V., der jahrelang für einen rechtlichen Qualitätsrahmen für die anspruchsvolle Tätigkeit unserer Mitglieder gekämpft hat, ist die jetzt gegossene Gesetzesform hohl. Die Regelungen können nur ein erstes Ergebnis politischer Überlegungen sein und müssen in der anstehenden Legislaturperiode nachhaltig und konsequent nachgebessert und justiert werden.

Zum Gesetzesinhalt in seiner jetzigen Form:

Der Bundestag hat mit dem Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum Leitlinien für unseren Berufszweig beschlossen, die eine Weiterbildungspflicht von 20 Stunden innerhalb von drei Jahren vorsehen. Ausgebildete Immobilienkaufleute sind für die ersten drei Jahre von dieser Regelung ausgenommen. Das Gesetz gilt allerdings auch für Mietimmobilienverwalter. Verwalter müssen außerdem eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen.
Damit bleibt die Regelung weit hinter den BVI-Forderungen zurück.

Konkret fordern wir als Ihr Verband:

Der Sachkundenachweis für Immobilienverwalter muss kommen. Uns reicht es nicht, dass selbst Berufsanfänger lediglich die Bereitschaft zur Weiterbildung kundtun müssen. Das allein ist keine Einstiegsqualifikation! Von Digitalisierung bis demographischer Wandel – die Berufsinhalte und –prozesse von Verwaltern sind im Wandel und erfordern hoch professionelles Auftreten, Arbeiten und Management. Dies wollen wir mit dem Sachkundenachweis in ein Fundament gegossen sehen. Wir zollen damit außerdem mit Blick auf die hohen Vermögenswerte, mit denen Verwalter umgehen, dem Verbraucherschutz Rechnung.

Der Sachkundenachweis wird für Verwalter von Wohneigentum und von Mietwohnungen obligatorisch. Damit wird auch die Alte-Hasen-Regelung wieder aktuell. Wer bereits seit 6 Jahren lückenlos als Immobilienverwalter arbeitet und dies nachweisen kann, soll von der Prüfung ausgenommen werden. Damit vermeiden wir in angemessener Weise unnötige Bürokratie.

Wir fordern ein Ausweiten der Versicherungspflicht: Betriebshaftpflicht-, Vermögensschaden- und Vertrauensschadenversicherung gehören zum Standard für jedes Unternehmen – genau so, wie es seit mehr als 30 Jahren im BVI gehandhabt wird.

Was gilt es nun für Sie zu tun?

Die Rechtsverordnung, in der die Gesetzesfolgen beschrieben sind, bleibt abzuwarten. Hierin ist erklärt, wie der Fortbildungsnachweis gegenüber der zuständigen Behörde zu erfolgen hat. Empfehlenswert ist eine Überprüfung der aktuellen Berufshaftpflichtversicherungspolice.
Ein aktives Zugehen auf die Kunden ist gutes Verwaltermarketing. Informieren Sie Ihre Eigentümer über den hohen Grad der Weiterbildung in Ihrem Haus und über den Umstand, dass sie schon heute weit mehr Kriterien zur Berufsausübung erfüllen, als der Gesetzgeber fordert.

Das schafft Vertrauen, bevor Nachfragen entstehen.
Nicht zuletzt: Besuchen Sie unsere Weiterbildungsveranstaltungen. Der BVI bietet regelmäßig Seminare, Vorträge und Workshops an, die Ihrem beruflichen Fortkommen dienen.
Und wir stellen traditionell hohe Anforderungen an unsere Mitglieder – so ist die Pflicht zur regelmäßigen Weiterbildung ist in der Verbandssatzung verankert.
Obligat für eine Mitgliedschaft im BVI ist der Nachweis über Qualifikationen – allein die Bereitschaft, sich fortzubilden, reicht nicht aus.
Politiker und der Gesetzgeber sind aufgefordert, die vorgelegten Regelungen nachzubessern. Der Qualitätsnachweis für Verwalter bleibt eines unserer Kernanliegen. Dies verfolgen wir konsequent und nachhaltig - vor der Bundestagswahl und danach. Verlassen Sie sich drauf.

Mit den besten Wünschen,
Ihr BVI

Einen Kommentar schreiben
Kommentieren