Mit Lichtgeschwindigkeit in das Internet

Glasfaser: Anschluss an die Zukunft

Internet ohne Youtube? Undenkbar. Dabei hat der Videodienst 2005 noch gar nicht existiert. Heute werden bereits jeden Tag 100 Millionen Filme angeschaut, stündlich laden Nutzer Tausende neue Videos hoch.

Online-Händler bieten an, Videos direkt nach dem Kauf über das Internet anzusehen. Das alles führt dazu, dass immer größere Datenmengen über das Internet und damit über die zugrundeliegende technische Infrastruktur transportiert werden müssen.

Experten erwarten schon für 2014 den „Exaflood“, den Datenverkehr in Exabyte-Dimensionen. Ein Exabyte sind eine Milliarde Gigabytes. Das entspricht 115 Büchern pro Mensch. Wer da nicht über leistungsfähige Leitungen verfügt, dem verstopfen die Datenmengen schon bald den Zugang zum Kommunikationsnetz. Die Informationsgesellschaft ist im Geschwindigkeitsrausch. Damit alle am exponentiell wachsenden Internet-Datenvolumen teilhaben können, müssen die Leitungsnetze ausgebaut und Kupferadern durch Glasfaserkabel ersetzt werden. Mit der Technik „Fibre to the home“ (FTTH) kommt die Glasfaser bis nach Hause und ersetzt die üblichen Kupferadern. Die Glasfaserleitung endet damit nicht mehr am grauen Verteilerkasten auf dem Bürgersteig oder im Keller, sondern wird bis in die Wohnung geführt.

Warum Immobilienbesitzer sich Glasfaser ins Haus holen sollten

Hier sind Immobilien- und Hausbesitzer gefordert, sprichwörtlich den Anschluss nicht zu verlieren. Der Wert einer Immobilie wird künftig auch davon abhängen, ob die Datenleitungen im Haus das für die Alltagskommunikation anfallende Datenvolumen bewältigen können. Für Hauseigentümer gilt deshalb: „Dabei sein ist alles“. Mieter ziehen irgendwann schlichtweg nicht mehr ein, wenn sie nicht problemlos Videotelefonie nutzen und Daten schnell vom Rechner ins Netz hochladen können. Der bauliche Aufwand, um die Glasfaser von der Straße ins Haus zu holen, ist durch die Nutzung modernster Verlege- und Einblastechnologien und vorhandener Leerrohrnetze überschaubar. Zudem sind auf absehbare Zeit keine Nachbesserungen nötig.

Glasfaser – das reinste Energiebündel

Der größte Vorteil der Glasfaser gegenüber Kupfer ist ihre sehr viel höhere Bandbreite.
Glasfaser ist das physikalisch schnellste Übertragungsmedium der Welt – bis zu eine Million Mal schneller als herkömmliche Kupferkabel. Sie erreicht eine Datenübertragungsrate von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), das ist 500 Mal schneller als eine durchschnittliche DSL-Verbindung. Der Grund: Glasfaserkabel übertragen Lichtimpulse. Die sprichwörtliche Lichtgeschwindigkeit sorgt dafür, dass die Daten sehr viel schneller transportiert werden als über die elektrische Kupferleitung. Das Glasfaserkabel, das Daten per Lichtsignal transportiert, besteht aus einem Bündel von bis zu 1000 einzelnen Glasfasern. Lichtsignale strömen durch einen runden Kern aus reinem Glas, dessen Lichtdurchlässigkeit 15.000 Mal höher ist als die von Fensterglas. Das Licht stößt auf praktisch keinen Widerstand, deshalb gehen keine optischen Impulse verloren. Am Glasmantel um den Glaskern bricht sich das Licht, er wirft es zurück in den Kern. Wie in einem mit Spiegeln ausgeleuchteten Rohr, in das man mit einer Taschenlampe leuchtet, wird das Licht im Zick-Zack-Kurs bis zum Ende der Leitung immer wieder gebrochen – völlig verlustfrei.

Glasfaserkabel haben Kupferadern eine Menge voraus

Die Übertragungsgeschwindigkeit bleibt auch über lange Strecken erhalten. Lichtimpulse sind unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störfeldern. Deshalb lassen sich Glasfaserkabel einfach in die Leerrohre legen, in denen sich schon Kupferkabel, Stromkabel oder sogar Hochspannungsleitungen befinden. Im Gegensatz zu elektrischen Signalen sind die Lichtwellen abhörsicher – und die Kabel altern nicht: Auch 25 Jahre alte Glasfaserleitungen funktionieren noch exakt so wie am ersten Tag. Da kein Strom im Spiel ist, gibt es bei Lichtwellenleitern keine Kurzschlüsse – eine der häufigsten Ursachen für Telefonstörungen. Zusätzlich haben Kupferdrähte, die bei DSL und Kabelfernsehen für den Anschluss eingesetzt werden, mit dem über die Entfernung wachsenden Leitungswiderstand zu kämpfen.

Dr. Gernot Lang
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Bild: Quelle: Deutsche Telekom AG

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