Förderungschancen für die Immobilienbranche

go-digital

Spätestens mit dem Corona-bedingten Aufruf ins Home-Office zu wechseln, wurde es deutlich: Die Digitalisierung ist, obwohl sie gerade in der aktuellen Situation viele Vorteile bietet, noch nicht vollkommen im Berufsalltag angekommen. Dabei gibt es im Bund und in zahlreichen Bundesländern Förderungen für Digitalisierungsmaßnahmen, die auch die Immobilienbranche nutzen kann. Auf Bundesebene wird die Förderung go-digital vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) koordiniert.

 

Das Förderprogramm go-digital

go-digital besteht aus den drei Modulen „Digitale Markterschließung“, „IT-Sicherheit“ und „Digitalisierte Geschäftsprozesse“. Mit der Corona-Krise wurde das Leistungsspektrum des dritten Moduls erweitert und kann nun IT-Dienstleistungen, die die Einrichtung von Home Office-Plätzen zum Ziel haben, enthalten. go-digital richtet sich gezielt an kleine und mittelständische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie an das Handwerk. Das Förderprogramm wurde 2017 bundesweit veröffentlicht und ist aktuell bis zum 31.12.2020 verfügbar.

Die Antragsstellung für die Förderung wird von BMWi-autorisierten, aber ansonsten frei wählbaren Beratungsunternehmen übernommen. Diese sind darüber hinaus auch für die Beratungsleistung, die Abrechnung und die Verwendungsnachweisprüfung zuständig. Obwohl es sich bei go-digital um eine sogenannte Beratungsförderung handelt, müssen im Projekt immer Beratungs- und Umsetzungsleistungen enthalten sein.

Förderthemen und -kosten

Bei der Antragsstellung muss ein Hauptmodul angegeben werden. Dieses muss mindestens 51 Prozent des Beratungsvolumens ausmachen und kann in den Bereichen IT-Sicherheit, Online-Marketing (z.B. SEO, SEA, Aufbau und Relaunch eines Webshops oder einer Internetseite u.v.m.), Digitalisierung von Geschäftsprozessen (z.B. durch ERP oder DMS) und seit kurzem auch Einrichtung von Home Office-Arbeitsplätzen sein. Je nach Bedarf können ein bzw. zwei Bereiche als Nebenmodule zusätzlich gewählt werden.

Die Förderquote beträgt pauschal 50 Prozent der förderfähigen Kosten, die bei maximal 33.000 Euro liegen. Somit können bis zu 16.500 Euro Zuschuss beantragt werden.

Wer kann die Förderung erhalten?

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Handwerks mit technologischem Potenzial können einen Förderungsantrag einreichen. Für sie gelten folgende Kriterien:

  • Beschäftigung von weniger als 100 Mitarbeitern
  • Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme des Vorjahres von höchstens 20 Millionen Euro
  • Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland
  • Förderfähigkeit nach der De-minimis-Verordnung

Der Ablauf

Zu Beginn stimmen ein interessiertes Unternehmen und ein vom BMWi autorisiertes Beratungsunternehmen ein mögliches Förderprojekt ab. Bei Einigkeit wird ein Vertrag unter der Bedingung abgeschlossen, dass er erst mit Erhalt des Zuwendungsbescheids wirksam wird. Das Beratungsunternehmen stellt dann für das Unternehmen den Förderantrag im Förderprogramm go-digital. Bislang begann nach Erhalt des Zuwendungsbescheids die Beratungsleistung und Umsetzung. Seit einer Corona-bedingten Neuerung im März muss nun mit dem Maßnahmenbeginn nicht mehr auf den Zuwendungsbescheid gewartet werden. Nach maximal sechs Monaten Projektlaufzeit erstellt das Beratungsunternehmen eine Rechnung über die Eigenbeteiligung sowie einen Verwendungsnachweis. Nach dessen Prüfung wird dem Beratungsunternehmen der Zuschuss ausgezahlt und dem geförderten Unternehmen eine entsprechende De-minimis-Bescheinigung ausgestellt.

 

Der zeitliche Rahmen

In Summe stehen maximal 30 Beratertage zur Verfügung. Das Projekt beginnt mit einer Potenzialanalyse, die maximal vier Tage dauern und max. 1.100 Euro Tageshonorar betragen darf. Diese Potenzialanalyse ist Bestandteil des Hauptmoduls, welches sich über maximal 20 Tage erstrecken darf. An den restlichen zehn Tagen kann eines der beiden Nebenmodule durchgeführt werden.

Wichtig: Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn ist jetzt ohne Zuwendungsbescheid möglich. Dies soll die schnelle Einrichtung von Home Office-Arbeitsplätzen erleichtern und eine schnelle und dynamische Reaktion von Arbeitgebern ermöglichen. Die Antragszeiten liegen derzeit bei acht bis neun Wochen.

Verena Leonhardt

www.bvi-verwalter.de

 

 

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