Muss ich heutzutage noch meinen Müll trennen?

Kreislaufwirtschaftsgesetz soll natürliche Ressourcen schonen

Die Frage, ob Mülltrennung sinnvoll ist oder nicht, stellt sich für die Allgemeinheit zum Glück nicht mehr. Ob eine Trennung des Mülls eine Pflicht ist, fragen sich indes viele. Sei es aus Bequemlichkeit oder Knappheit geeigneter Mülltrennsysteme, mag dahingestellt sein.

Foto Mülltonnen
Foto Mülltonnen: mochisu/Fotolia

Seit 2015 regelt der Gesetzgeber mit der Neufassung des sogenannten Kreislaufwirtschaftsgesetzes die Mülltrennung zwar nicht völlig neu, aber deutlich präziser. Jeder Deutsche ist seit 2015 dazu verpflichtet, seinen Müll nach diversen Gesichtspunkten wie Kunststoffverpackungen, Glas, Metall oder Biomüll zu trennen, und das macht er schon so gut, dass Deutschland auch als der „Weltmeister im Recyceln von Rohstoffen“ gilt.

Letztlich haben sich in der Bundesrepublik aufgrund der verschiedenen örtlichen Begebenheiten auch unterschiedliche Systeme zur Trennung des Mülls herausgebildet. Hier ist es ein violetter Sack, da eine gelbe Tonne oder in einem kleinen Dorf einfach nur ein Container, dessen Inhalt einmal im Monat getrennt und entsorgt wird.

Foto Papiermüll
Foto Papiermüll: photophonie/Fotolia

Wer nicht trennt, zahlt drauf

PapierentsorgungWer nicht recycelt, zahlt letztlich drauf, denn in den Müllgebühren ist eine bestimmte Anzahl von Leerungen der „Grauen Tonne“ enthalten. Wer nicht trennt, muss diese deutlich öfter leeren lassen und das auch teuer bezahlen. In einem Einfamilienhaus ist die Frage nach dem „Verursacher“ schnell beantwortet. Bei einem Mehrfamilienhaus ist aufgrund der Anonymität der Schuldige oft nicht so einfach auszumachen. Hier ist es sehr mühsam und langwierig, das Mülltrennproblem aufzulösen.

Im Ernstfall muss der Vermieter drauf zahlen. Verletzt nämlich ein einzelner Mieter seine Pflicht zur Mülltrennung und erhöht dadurch das Müllaufkommen, kann das nicht auf die anderen vertragstreuen Mieter umgelegt werden (siehe hierzu: AG Münster, Urteil vom 04.01.2006 – 59 C 2601/05, WuM 2006, 192).

Der Vermieter ist in solchen Fällen schon aus eigenem Interesse heraus dazu aufgerufen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Trennen des Mülls zu erleichtern und Anstrengungen dahingehend zu unternehmen, Müllentstehung zu verhindern beziehungsweise zu minimieren.

Bei den Kosten gilt das Verursacherprinzip

Selbstverständlich ist das oben genannte Urteil für den Mieter ohne Trennambition kein Freibrief. Denn im Falle, dass er als Verursacher eindeutig identifiziert wird, drohen ihm empfindliche Strafen.

Wie einmal entstandener Müll ordnungsgemäß zugeordnet wird, entscheidet letztlich darüber, wer die Kosten zu tragen hat. Die Zuordnung erfolgt nach Gewerbemüll und Restmüll aus privaten Haushalten.

Das Verursacherprinzip ist dabei wie im Umweltrecht üblich die zentrale Norm, denn wer Müll erzeugt oder besitzt, ist zu dessen sachgerechter Entsorgung verpflichtet.

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz setzt dabei nicht auf ein „Freikaufen“ von der Mülltrennpflicht, sondern in erheblichem Maße auf Müllverhinderung und Förderung von abfallneutralen Verpackungen, Verpackungsvermeidung oder wiederverwendbaren Verpackungen. Die Schonung der natürlichen Ressourcen hat dabei oberste Priorität und sollte deshalb von allen angestrebt werden.

In der Quintessenz heißt das: Ja, ich muss meinen Müll heutzutage noch trennen. Denn nicht nur gesetzliche Normen betonen das schriftlich, sondern auch das eigene Umweltbewusstsein sowie die Vernunft sollten eine Mülltrennung als notwendiges Verhalten ausreichend begründen.

Annett Baumgarten
annett.baumgarten@ziegler-metall.de

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