Die Pflichten des Verwalters bei Schäden

Leitungswasserschaden in der WEG

Vor allem in der kalten Jahreszeit kommt es oft bei unsanierten Altbauten zu Schäden durch defekte Ver- oder Entsorgungsleitungen. Auch mangelhaft ausgeführte Wartungs- oder Sanierungsarbeiten an Strängen oder Zuleitungen oder deren Beschädigung aufgrund von Arbeiten an anderen Bauteilen können Wasserschäden verursachen. Vielfach entsteht nach dem Eintritt eines Schadens Streit über die Frage, wer für die Reparaturkosten aufzukommen hat.

In derartigen Fällen ist es zunächst Aufgabe des Verwalters, die genaue Örtlichkeit der Schadensursache ermitteln zu lassen: Für die Frage der Haftung kommt es maßgeblich darauf an, ob die Ursache einem Bauteil des Sonder- oder des Gemeinschaftseigentums zuzuordnen ist. Daneben hat der Verwalter den Schaden auch kurzfristig der Gebäudeversicherung zu melden und erforderliche Notabdichtungsmaßnahmen zu beauftragen.

Regelungen zur Zuordnung von Wasserleitungen des Gebäudes zum Sonder- bzw. Gemeinschaftseigentum sind vielfach in der Teilungserklärung enthalten. Fehlen solche Regelungen, kommt es darauf an, ob das betroffene Rohr sich vor (dann Gemeinschaftseigentum) oder nach (dann Sondereigentum) der ersten vom Sondereigentümer nutzbaren Absperrmöglichkeit befindet. Wasserleitungen, die sich im Bereich einer Wohnungseigentumseinheit befinden und diese versorgen, sind danach nicht von vornherein Sondereigentum dieser Wohneinheit.

Eventuell zahlt die Versicherung
Befindet sich die Schadstelle im Bereich des Gemeinschaftseigentums, so kommt die Gebäudeversicherung regelmäßig – abhängig von den jeweiligen Versicherungsbedingungen - für die Beseitigung der durch den Wasseraustritt verursachten Schäden auf. Sollte sich hingegen herausstellen, dass die Schadensursache im Bereich des Sondereigentums liegt, so ist grundsätzlich der jeweilige Sondereigentümer für entstandene Schäden verantwortlich. Unter Umständen kommt dessen Hausratsversicherung und/oder die Gebäudeversicherung der WEG für die Kosten auf. Ansprüche der Sondereigentümer untereinander folgen aus dem wohnungseigentumsrechtlichen Sonderverhältnis. Ein Verschulden seiner mit der Ausführung von Arbeiten beauftragten Handwerker hat sich der Sondereigentümer gemäß § 278 BGB anzurechnen. Danach haftet der Eigentümer als Vertragspartner des Handwerkers für dessen Fehler gegenüber Dritten wie für eigenes Verschulden.

RA Ingo Kolms, LL.M.
www.fuhrmann-wallenfels.de

Einen Kommentar schreiben
Kommentieren