…am Beispiel eines Firmenwagens

Mitarbeiterbindung mit Hilfe von Gehaltsoptimierung

In Zeiten, in denen über alle Branchen hinweg, aber insbesondere auch in der Immobilienverwaltung, nach kompetenten Mitarbeitern gesucht wird, ist es wichtig, den qualifizierten Mitarbeitern Wertschätzung zu vermitteln und damit Zufriedenheit zu schaffen. Neben vielen anderen Punkten spielt auch die Gehaltsoptimierung eine Rolle – insbesondere, weil beide Seiten davon profitieren können. Peter Nahlenz, Prokurist/Geschäftsleiter der KUNZE Immobilienverwaltung Worms GmbH, erläutert am Beispiel des Firmenwagens, der Vergütungsbestandteil, Wertschätzung und Statussymbol in einem ist, wie so etwas aussehen kann.

Im Zuge der WEG-Reform ist sie in aller Munde: die E-Mobilität in Verbindung mit der Schaffung der zugehörigen Infrastruktur. Dieses Thema spielt auch bei der Mitarbeiterbindung eine entscheidende Rolle, weil der Bund einige interessante Regelungen geschaffen hat.

Zum einen hat die Bundesregierung Anreize geschaffen, um Plug-In-Hybride und/oder rein elektrische Fahrzeuge anzuschaffen. Diese Anschaffung wird sowohl im Leasing als auch beim Kauf über das BaFa in Form von Kaufprämien gefördert und von den Autohäusern meist schon in die Angebote eingerechnet. Unabhängig von möglichen Flottenrabatten bei größeren Unternehmen, kann dies ein Vorteil gegenüber der Anschaffung eines konventionellen Verbrenners sein und den Ausschlag geben. Weiterhin wurde erst im September 2020 die KFZ-Steuer-Befreiung für rein elektrische Fahrzeuge bis 2025 verlängert.

Ein-Prozent-Regel

Zum anderen ist auf Arbeitnehmerseite insbesondere die Variante der „Ein-Prozent-Regel“ interessant. Charakteristisch ist dabei, dass kein Fahrtenbuch geführt wird, der PKW privat genutzt werden darf, aber der Arbeitnehmer monatlich ein Prozent des Listenpreises sowie den einfachen Arbeitsweg mit 0,03 Prozent des Listenpreises versteuern muss. Wird nun statt eines klassischen Verbrenners ein Plug-In-Hybrid zur Verfügung gestellt, wird die Bemessungsgrundlage um 50 Prozent reduziert. Ein Fahrzeug mit einem Listenpreis von 40.000 Euro wird also lediglich mit 20.000 Euro bewertet und der Arbeitnehmer hat mehr netto übrig.

Noch interessanter wird diese Rechnung bei einem reinen E-Auto. Hier werden lediglich 25 Prozent des Listenpreises angesetzt. Bei unserem 40.000 Euro Fahrzeug sind das also nur noch 10.000 Euro.

Die Grenze für diese vergünstigten Regelungen in der Besteuerung liegt bei einem Listenpreis von 60.000 Euro. Ab dieser Grenze gilt wieder der volle Listenpreis. Bei den Plug-In-Hybriden ist weiterhin zu beachten, dass diese eine rein elektrische Strecke von mindestens 40 Kilometern zurücklegen können oder der CO2-Ausstoß bei maximal 50 Gramm/km liegt.

Die Frage nach der Ladestation

Bleibt noch die Frage nach der „Betankung“. Um ein solches Fahrzeug sinnvoll betreiben zu können, sollte mindestens eine Ladestation entweder beim Arbeitgeber oder beim Arbeitnehmer zu Haus verfügbar sein. Im Idealfall wurde sie an beiden Orten installiert, sinnvoll ist dies aber auf jeden Fall am Wohnort des Arbeitnehmers.

Sämtliche Hersteller empfehlen dabei auf Ladestationen mindestens in Form von Wallboxen zurückzugreifen. Das Laden mittels Haushaltssteckdose ist zwar möglich, allerdings sind diese oft nicht auf diese Last ausgelegt und die Steckdosen sollten aufgrund der Last separat abgesichert sein. Die empfohlene Technik ist ab ca. 600 Euro zzgl. Montage erhältlich. Nur wie kommt der Arbeitnehmer nun an eine Wallbox bei sich zu Hause ohne selbst mit den Kosten belastet zu werden?

Zwei Varianten für eine Wallbox

Die klassische Variante ist, dass der Arbeitgeber die Wallbox installieren lässt und dem Arbeitnehmer unentgeltlich abtritt. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer die Anschaffungs- und Montagekosten als geldwerten Vorteil versteuern.

Eleganter ist die Variante die Wallbox zur Leihe nach Anschaffung und Montage durch den Arbeitgeber über eine entsprechende Vereinbarung zur Verfügung zu stellen. So behält der Arbeitgeber die Möglichkeit zur Abschreibung und dem Arbeitnehmer entstehen keine steuerlichen Nachteile. Die Wallbox bleibt dabei Eigentum des Arbeitgebers und wäre, nachdem sie nicht mehr gebraucht wird, wieder abzubauen, oder – was in der Praxis wahrscheinlicher ist – in einer separaten Vereinbarung zu einem späteren Zeitpunkt an den Arbeitnehmer zu übertragen.

Ausgleich für die Stromkosten

So bleibt dann noch die Frage nach dem Ausgleich für die Stromkosten des Autoladens über den privaten Stromzähler des Arbeitnehmers. Dabei gibt es die Möglichkeit der exakten Abrechnung mittels eines in einigen Wallboxen enthaltenen Zwischenzählers. Dies ist sicherlich die exakteste, aber auch die aufwendigste Lösung.

Einfacher und praktikabler ist hier die Variante des pauschalen Ausgleichs. Dabei lässt der Gesetzgeber bei Plug-In-Hybriden eine monatliche, steuerfreie Zahlung in Höhe von 25 Euro des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer zusätzlich zu Ladevorgängen an öffentlichen Stellen, die separat abgerechnet werden, zu. Bei reinen E-Fahrzeugen ist dieser Betrag auf 50 Euro monatlich festgelegt. Ab 2021 werden die Beträge auf 35 Euro (Hybride) bzw. 70 Euro (reine Elektrofahrzeuge) erhöht.

Alles in allem steht am Ende eine ökonomisch (für beide Seiten) und ökologisch sinnvolle Lösung, mit der sich in Zeiten eines immer größer werdenden Umweltbewusstseins in der Gesellschaft eventuell sogar werben lässt – insbesondere, wenn es die Möglichkeit zur Installation von Ladestationen auf dem Firmengelände gibt.

 

Peter Nahlenz

p.nahlenz@kunze-gruppe.de

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