Weichenstellung für das wachsende Geschäftsfeld Messwesen

Neue Wertschöpfungs-Wege für Verwalter

In den letzten Wochen des abgelaufenen Jahres durften wir Immobilienverwalter sowie unsere Kunden erneut an einer abenteuerlichen Zeitreise teilhaben:

Der jährliche Ablesemarathon stand an. Bisweilen noch mit Stift, Liste und Klemmbrett ausgestattet, rückten in vielen Haushalten die Zählerstandsaufnehmer an und übertrugen die Werte an die einschlägigen Ableseunternehmen. Damit die Mitarbeiter in die Wohnungen gelangen, mussten sich die Bewohner Urlaub nehmen – denn die Termine liegen in der Regel zur besten Arbeitszeit.

Digitalisierung? Flexibilisierung? Weitgehend Fehlanzeige.

Messdienstleistungen spielen sich hierzulande im analogen Zeitalter ab; zudem sind Eichfristen der verschiedenen Geräte schlecht aufeinander abgestimmt, was Verwalter regelmäßig aufstöhnen lässt.

Die Chancen und Effizienzgewinne, die sich durch eine smarte Organisation erzielen lassen, dämmern dabei längst auch den Branchenriesen. Außerdem hat die Europäische Union (EU) den Druck erhöht und fordert einen monatsweisen Abrechnungsturnus. Die Idee dahinter: Wenn Nutzer ihren Verbrauch zeitnah sehen, können sie ihr Verhalten justieren. Die EU rechnet so mit Ersparnissen von bis zu 20 Prozent. Verbraucher würden regelmäßige Grafiken mit unterschiedlichen Vergleichswerten erhalten, rechtlich nicht bindend, aber doch informativ.

Mit dem derzeitigen technischen Stand in Deutschland ist das nicht zu machen. Wir brauchen eine entsprechende Hardware, wir brauchen passende Schnittstellen in der Software, damit die intelligenten Systeme greifen können. Im Prinzip liegen die Voraussetzungen vor, es hapert nur noch an der Umsetzung. Wir als Ihr Fachverband arbeiten derzeit mit Hochdruck und vertrauensvoll mit den Treibern hinter innovativen Lösungen zusammen, genauso natürlich wie mit den marktbestimmenden Großunternehmen.

Komplexe Technik erfordert Management von Daten

Die Vision einer neuen, digitalen Arbeitswelt bedeutet für Immobilienverwalter auch, dass sich die Anforderungen ändern werden: Informierte Verbraucher werden die Transparenz einfordern, die ihnen die Messdienstleister anbieten. Und wer Fragen zu Energieeinkauf, smarten Zählern oder rechtlichen Änderungen hat, wird sich an den ersten Ansprechpartner wenden, der ihm dazu einfällt: Seinen Verwalter, dem eine Rolle als Energie-, Technik- und Gesetzesexperten auf den Leib geschrieben wird.

Für die Branche der Immobilienverwalter bedeuten diese Umwälzungen eine ungeheure Chance. Wir können uns als Kommunikations- und Energiemanager weiter profilieren und werden zur Schlüsselfigur smarter Gebäude. Das kostet Zeit, das bedarf der Expertise, und es wird sich lohnen: Einerseits, weil es dem gestiegenen Qualifizierungsbedarf in unserer Branche Rechnung trägt. Andererseits, weil sich Immobilienverwalter der Herausforderung ohnehin werden stellen müssen. Auch die Messdienstleistungen werden in der Gegenwart ankommen, und diese hat bekanntlich heute begonnen.

In dieser Aufbruchsstimmung wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches, zufriedenes und gesundes neues Jahr,

Ihr
Klaus Nahlenz
Vorstandsmitglied BVI e.V.

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