Gute Vorsätze trotz Bürokratie

Zunehmende Zahl an Regularien erschwert Arbeit von Immobilienverwaltern

Derzeit entlädt sich der Zorn vieler an Migranten und der Verwaltung (Regierung), die diese ins Land lässt und die notwendige Ordnung nicht herzustellen in der Lage ist. Dahinter stecken diffuse Sorgen, die von den wenigsten reflektiert werden. Es ist letztlich die Wohlstandsfrage, die derzeit angesprochen wird. Die ungebrochenen Ströme von Zuwanderern machen uns deutlich, wie empfindlich unser Wohlstand ist. Konnten wir uns bislang bei Fernsehberichten über Krieg und Vertreibung, Hunger und Elend zurücklehnen, erleben wir die ökonomischen und kulturellen Folgen nunmehr hautnah in der Nachbarschaft. Und wir ahnen, was „teilen“ bedeuten wird; dass es zu einer Umverteilung von Wohlstand kommen wird und Europa und Deutschland sich nicht abschotten können von der Überbevölkerung in Teilen der Welt, in denen man nur schwerlich, wenn überhaupt, existieren kann.

Der Unmut und die Angst mischen sich auch mit dem Ärger über ausufernde Sozialstaatskosten, deren Nutzen den Generationen ab dem Jahr 2030 kaum noch zuteilwerden wird, über die unzureichende Leistungswilligkeit mancher Zeitgenossen, deren Lebensumstände wir als Verwalter nur zu gut kennen, und auch über die wachsende Bürokratie.

Es gibt zu viele Häuptlinge, Berater und Auftraggeber in unserem öffentlichen System und zu wenig Erlediger. Das zeigt sich derzeit deutlich im Umgang mit den Flüchtlingen und mit Gewaltexzessen à la Köln oder Leipzig-Connewitz. Ritualisiert erfolgt bei der Aufarbeitung dann der Ruf nach mehr Mitarbeitern und Technik, der wiederum mehr Auftraggeber, Vorschriften und Checklisten zur Fehlervermeidung nach sich zieht. Was dabei untergeht, ist die Verantwortungsbereitschaft des Einzelnen, sind Verstand und (geschulte) Intuition.

Qualität durch Eigenverantwortung und gesetzliche Berufszugangsregelung

Unsere Branche kann sich das nicht leisten, wir geben persönlich Rechenschaft und leben Verantwortung. Immobilienverwalter sind zwar Dienstleister, werden aber am Erfolg ihrer Arbeit gemessen. Mit uns wird faktisch ein den Erfolg schuldender Werkvertrag geschlossen. Die Eigentümer als Auftraggeber sind gerade in ihrem Wohnoder Anlageumfeld sehr kritisch. Dabei müssen wir die zunehmende Regulariendichte aushalten, an der auch manche Lieferanten massiv arbeiten, um sich unabkömmlich zu machen (Beispiele sind Aufzugswesen, Brandschutztechnik, Wasserqualität usw.). Doch bekommen wir regelmäßig keinen ausreichenden Personal- oder Kostenausgleich für den damit verbundenen Mehraufwand.

Das Ungleichgewicht von Leistungen und Aufgabenerfüllung kann erst dann ins Lot gebracht werden, wenn die öffentliche Verwaltung den Verbraucherschutz ernst nimmt und die Wohnungseigentümer von Unfachlichkeit befreit, indem sie einen geordneten Zugang zum Verwalterberuf schafft. – Sorgen wir im neuen Jahr dafür, dass es in unseren Wohnanlagen ruhig bleibt, sich die Bewohner sicher fühlen und sich der Unmut, auch der eigene, über die überlaufende Bürokratie im Zaum hält.

Peter Patt
[email protected]

Foto 1, Frau und Papierstapel: otnaydur/Shutterstock

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