Arbeitszimmer, Büromaterial und Co.

Steuerliche Absetzbarkeit des Home-Office

Mit dem Corona-bedingten Lockdown, der die Arbeitswelt schlagartig ins Home-Office verlagerte, stellen sich Fragen für die Steuererklärung 2020: Darf ich mein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen und wie verhält es sich mit Bildschirm- sowie Strom- und Internetkosten? Ein Überblick.

Zunächst gilt es die Frage zu klären: Gab es ausschließlich die Möglichkeit des Home-Office oder wäre ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestanden? Denn eine Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit der Kosten ist, dass nur das Home-Office eine Option für die berufliche Tätigkeit war. Dies gilt zum Beispiel, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmern die schriftliche Anweisung (nicht Empfehlung!) gab, von zu Hause zu arbeiten, z.B. wenn das Gebäude des Arbeitsplatzes gesperrt wurde oder wenn man sich in Quarantäne befunden hat. Bei freiwilligem Home-Office kann man bei der Steuerrückerstattung auch leer ausgehen.

Das Arbeitszimmer

Ein häusliches Arbeitszimmer ist nur dann abzugsfähig, wenn es sich um einen eigenen Raum handelt, der zu mindestens 90 Prozent oder sogar ausschließlich zu beruflichen Zwecken genutzt wird. Bei einer Arbeitsecke im Wohnraum oder beim Bildschirm am Küchentisch besteht nicht die Möglichkeit, die anteiligen Kosten der Wohnung geltend zu machen. Zumindest die Kosten für Arbeitsmittel, wie Büromaterial oder eigens angeschafftes Computerzubehör, können abgesetzt werden. Eine mit dem Arbeitgeber vorübergehend vereinbarte Unkostenpauschale ist vielleicht aber lohnender. Denn der Arbeitgeber kann die Unkosten für die Nutzung eines privaten Telefon- oder Internetanschlusses mit einem steuer- und sozialversicherungsfreien Zuschuss (bis zu 1.500 Euro) ausgleichen. Dieser muss bis zum Dezember 2020 ausgezahlt werden.

Lohnt sich das?

Arbeitnehmer können pro Jahr ohnehin einen pauschalen Betrag von 1.000 Euro als Werbungskosten gegen die Steuerlast rechnen. In den meisten Fällen bleibt dies die beste Variante der Steuerersparnis, denn auch wenn die Kosten für ein abgeschlossenes Arbeitszimmer bei verpflichtendem Home-Office geltend gemacht werden können, ist diese Summe häufig geringer – vor allem durch den Wegfall der Fahrtkosten zur Arbeit – als die Werbungskosten über den Arbeitnehmer-Pauschalbetrag. Es empfiehlt sich die eigene Situation durchzurechnen und den Blick für die Relationen zu wahren.

BVI e.V.

www.bvi-verwalter.de

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