Zehn legale Steuertipps

Steuern sparen als Unternehmer

Wer als Unternehmer Steuern sparen will, muss keine dicken Gesetzbücher wälzen. Hier gibt es kompakte Steuertipps.

1. Rücklagen bilden

Zeichnet sich für dieses Jahr ein ordentlicher Gewinn ab, hat der Unternehmer die Wahl: Soll ein Teil im Betrieb als Rücklage stehen bleiben, muss er diese Summe nur mit 28,25 Prozent statt mit bis zu 45 Prozent versteuern. Ein Antrag an das Finanzamt reicht. Der Vorteil bleibt aber nur so lange bestehen, wie das Geld in der Firma bleibt.
Wird das Geld später doch entnommen, werden noch einmal 25 Prozent Extrasteuer draufgeschlagen. Deshalb die Faustregel: Die Rücklage rechnet sich nur, wenn der Unternehmer hohe Gewinne versteuern muss und wenn das Geld mindestens sieben Jahre in der Firma bleibt.

Das Beispiel verdeutlicht, was ein Unternehmer spart, wenn er in diesem Jahr die Hälfte seines 600.000-Euro-Gewinns in der Bilanz stehen lässt:

Bei Rücklagenbildung

Gewinn 600.000 €
Steuer (ohne Rücklage) 238.612 €
Rücklage 300.000 €
Pauschalsteuer (28,25 Prozent) 84.750 €
Entnahme 300.000 €
Steuer 109.656 €
Steuer mit Rücklage 194.406 €
Für die Dauer von 7 Jahren gespart 44.206 €

Bei Auflösung der Rücklage

Rücklage 300.000 €
Bereits gezahlte Steuern 84.750 €
Entnahmebetrag 215.250 €
Nachsteuer (25 Prozent) 53.812 €
Steuer gesamt 248.218 €
Nach 7 Jahren mehr Steuern gezahlt 9.606 €

2. Mahnungen schreiben

Noch deutlich vor dem Jahresende lassen sich Firmenchefs von der Buchhaltung die Liste der säumigen Kunden vorlegen. Wenn erforderlich, schicken sie rasch eine Mahnung. Hilft die nicht, geht noch vor dem 31. Dezember eine zweite raus. Nur dann können Unternehmer für die Bilanz die offenen Forderungen um bis zu 50 Prozent abspecken – was Steuern senkt.

3. Investitionsabzugsbetrag nutzen

Jetzt sparen und später investieren – das funktioniert mit dem „Investitionsabzugsbetrag“ (früher: Ansparabschreibung). Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen können bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten für in den nächsten drei Jahren geplante Maschinen, Büromöbel oder Anlagen vorab beim Fiskus geltend machen. So lässt sich der Gewinn um bis zu 200.000 Euro drücken. Der Steuerkniff gilt nur für Unternehmer, die nicht mehr als 235.000 Euro Eigenkapital in der Bilanz stehen haben.

Ein Rechenbeispiel: Ein Bauunternehmer erzielt in diesem Jahr einen Gewinn von 250.000 Euro. Für 2017 plant er die Anschaffung mehrerer Lkw zum Preis von 400.000 Euro.

Ohne Investitionsplan

Gewinn 250.000 €
Steuer (Splittingtarif) 88.656 €

Mit Investitionsplan

Gewinn 250.000 €
Investitionsabzugsbetrag 160.000 €
Zu versteuern 90.000 €
Steuer (Splittingtarif) 21.740 €
Gespart 66.916 €

4. Sonderabschreibung für KMUs nutzen

Mittelständische Firmenchefs, die in diesem Jahr bereits ordentlich investiert haben, können ihren Gewinn zusätzlich um bis zu 20 Prozent der Investitionssumme drücken – per Sonderabschreibung. Auf diese Weise setzen sie etwa beim Kauf eines neuen Firmenwagens sofort 36,67 Prozent des Kaufpreises von der Steuer ab (16,67 Prozent lineare plus 20 Prozent Sonder-AfA, „Abschreibung für Abnutzung“).
Dieser Steuervorteil gilt nur für Unternehmer, die nicht mehr als 235.000 Euro Eigenkapital in ihrer Bilanz stehen haben. Wer die komplette Sonder-AfA im Moment wegen aktuell schmaler Gewinne nicht brauchen kann, der verteilt sie auf bis zu fünf Jahre.

5. Kleininvestitionen tätigen

Auch eine Shoppingtour auf Firmenkosten hilft beim Gewinnsenken. Auf der Einkaufsliste des Chefs: Bürogeräte, Maschinen oder Werkzeuge, die netto höchstens 410 Euro kosten. Solche Kleininvestitionen kann der Firmenchef auf einen Schlag bei der Steuer absetzen. Bei Investitionen zwischen 150 Euro bis zu 1000 Euro netto kann er ein Wahlrecht nutzen: Abschreibung über fünf Jahre oder über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Günstig etwa für Büromöbel, deren Anschaffungskosten sonst über 13 Jahre zu verteilen sind.

Ein Unternehmer hat seine Büros mit neuen Schreibtischen und Schränken ausstatten lassen. Alle Teile haben einzeln weniger als 1000 Euro gekostet. Die Gesamtsumme der Investitionen liegt bei 25.000 Euro:

Abschreibung über 13 Jahre

Anschaffungskosten 25.000 €
Abschreibung pro Jahr 1.923 €
Steuerersparnis (bei 40 Prozent Steuersatz) 769 €

Abschreibung über fünf Jahre

Anschaffungskosten 25.000 €
Abschreibung pro Jahr 5.000 €
Steuerersparnis (bei 40 Prozent Steuersatz) 2.000 €
Liquiditätsvorteil für fünf Jahre 1.231 €

6. Betriebsvorrichtungen gesondert abschreiben

Haben Unternehmer in diesem Jahr für das Geschäft einen Neubau hochgezogen oder ihre Büros umgebaut, verlangen sie von der Baufirma mindestens zwei Rechnungen. Eine für das Gebäude selbst, eine andere für „Betriebsvorrichtungen“, also Arbeitsbühnen, Ladeneinbauten oder die separate Klimatisierung des EDV-Raumes. Diese Teile sind über zehn bis 15 Jahre abzuschreiben – statt mit dem Gebäude selbst über 33 Jahre.

7. Reisekosten optimieren

Haben Unternehmer in diesem Jahr aufwändige Geschäftsreisen mit ein paar Tagen Urlaub kombiniert, können sie einen großen Teil der Reisekosten abziehen. Absetzbar sind die Reisekosten, etwa für die Bahn oder den Flieger. Und zwar im Verhältnis der geschäftlichen und privaten Reisezeit.

Ein Beispiel: Ein Unternehmer-Ehepaar besucht im Dezember Geschäftsfreunde in den USA (3 Tage). Anschließend geht es nach New York zum Weihnachtsshopping (2 Tage).

Beispielrechnung

Flugpreis 15.000 €
Absetzbar (3/5) 10.000 €
Steuerersparnis (bei 45 Prozent Steuersatz) 4.500 €

8. Rente? Aber sicher

GmbH-Chefs, die auf eine Pensionszusagen setzen wollen, prüfen jetzt, ob sie die notwendigen Vereinbarungen zwischen GmbH und ihnen persönlich aufsetzen sollten. Denn es gelten zeitliche Fristen. Erst zehn Jahre nach der Zusage und entsprechenden Rückstellungen in der Firmenbilanz darf die Rente fließen. Ansonsten droht von Anfang an eine verdeckte Gewinnausschüttung mit teuren Steuerfolgen. Bei Jungunternehmern sind es sogar bis zu 15 Jahre. Denn die müssen erst warten, bis sie sich überhaupt eine Firmenrente genehmigen dürfen. Und zwar fünf Jahre, wenn sie das Unternehmen selbst gründen oder drei Jahre, wenn sie einen bestehenden Betrieb übernehmen.

9. Sonderzahlung beim Leasing vereinbaren

Steht zum Jahresende ein neuer Firmenwagen an, kann der Firmenchef mit der Leasingfirma eine Sonderzahlung vereinbaren. Das ist sinnvoll für Freiberufler, für alle, die mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung bilanzieren, oder für GmbH-Chefs, die das Fahrzeug selbst leasen und dann an die Firma vermieten. Die dürfen die Sonderzahlung sofort als Betriebsausgabe abziehen. Sie ist voll abziehbar, wenn das Fahrzeug ausschließlich betrieblich genutzt wird, ansonsten muss es anteilig geschehen.

10. Eine atypische stille Gesellschaft installieren

Chefs mittelständischer Familien-GmbHs können leicht ein paar Tausend Euro Gewerbesteuer sparen. Dazu müssen sie nur eine stille Gesellschaft installieren. Und zwar eine, bei der die Gesellschafter nicht nur an Gewinn und Verlust beteiligt sind, sondern auch an den stillen Reserven („atypische stille Gesellschaft“). Dadurch wird die Firma gewerbesteuerrechtlich zu einer Personengesellschaft – womit die Familie von 24.500 Euro Freibetrag profitiert. Beteiligen kann sich etwa der Firmenchef selbst oder ein Familienmitglied. Minianteil reicht.

So funktioniert die stille Beteiligung, wenn die GmbH einen Gewinn von 100.000 Euro erzielt:

Ohne stille Beteiligung

Jahresgewinn 100.000 €
Gewerbesteuer (bei 15 Prozent) 15.000 €

Mit stiller Beteiligung

Jahresgewinn 100.000 €
Freibetrag 24.500 €
Zu versteuern 75.500 €
Gewerbesteuer (bei 15 Prozent) 11.325 €
Gespart 3.675 €

Quelle: www.impulse.de

Foto: © beeboys / shutterstock.de
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