…und warum weitere Smart-Building-Technologien dabei eine Rolle spielen können.

Submetering…

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich zu mehr Klimaschutz verpflichtet. Mit den in der Energieeffizienz-Richtlinie der EU definierten Maßnahmen soll durch mehr Verbrauchertransparenz Energie und CO2 eingespart werden. Die EU-Staaten müssen die Beschlüsse der EED (Energy Efficiency Directive) nun in die jeweilige nationale Gesetzgebung integrieren. Das birgt Chancen - die Immobilienwirtschaft kann sich mit smarten Technologien für die Zukunft rüsten.

Reduzierter Energieverbrauch durch mehr Transparenz

Die Richtlinie definiert eine Anforderung an die Fernablesbarkeit von Zählern für die Wärme-, Kälte- und Wasserversorgung sowie Heizkostenverteilern (Submetering). Damit sollen Verbraucher eine regelmäßige Bereitstellung von Verbrauchsinformationen erhalten, die sie sich regelmäßig auf elektronischem Weg zustellen lassen oder auf die sie ganz einfach über eine Internetplattform bzw. per App auf dem Smartphone zugreifen können, um häufiger und besser über ihren Energieverbrauch informiert zu werden.

Was? Wie? Und wann?

Laut EED sollen neu installierte Heizkostenverteiler und Zähler ab dem 25. Oktober 2020 fernauslesbar sein. Ferner besteht ab 01.Januar 2022 in Gebäuden mit Fernauslesung die Pflicht, Hausbewohnern vierteljährlich Verbrauchsinformationen online zur Verfügung zu stellen. Für vorhandene Geräte, die nicht dem neuen Standard entsprechen, gilt eine zehnjährige Übergangsfrist, innerhalb der sie nachgerüstet bzw. ausgetauscht werden müssen. Spätestens ab 2027 soll manuelles Ablesen dann in ganz Europa verschwinden.

Regelmäßige Verbrauchsinformationen

Sollten Submetering-Lösungen schon installiert sein oder vor dem Stichtag im Oktober installiert werden, ist den Verbrauchern zweimal im Jahr eine Abrechnungs- bzw. Verbrauchsinformation zur Verfügung zu stellen – auf Verlangen oder bei Zustellung auf elektronischem Wege sind die Informationen vierteljährlich zu geben. Ab dem 01. Oktober 2022 müssen sie dann monatlich bereitgestellt werden, wenn fernablesbare Zähler oder Heizkostenverteiler vorhanden sind.

Effizientes Energiemanagement bei allen Beteiligten

Mit den unterjährigen Verbrauchsinformationen können sowohl die Unternehmen der Immobilienwirtschaft als auch Immobilieneigentümer oder Mieter nachvollziehen, wie sich Verhaltensweisen auf die Energiekosten auswirkt, zeitnah reagieren und ihren Energieverbrauch dementsprechend positiv beeinflussen. Der Energieverbrauch soll auf diese Weise verringert werden – diese Vision funktioniert aber nur mit der Anwendung von IoT-Technologie und smarten Geräten zur Übermittlung von Verbrauchsinformationen über digitale Lösungen.

Fernablesbar bedeutet...

Fernablesbar bedeutet, dass keine Vorortablesung durch Auslesepersonal erfolgen muss, um den Zählerstand festzustellen. Infrage kommen beispielsweise Walk-by-Systeme, bei denen der Ableser die Verbrauchswerte außerhalb der Wohnungen erfasst, und natürlich die automatische Zählerablesung ganz ohne manuelle Schritte – das sogenannte Automatic Meter Reading (AMR) über digitale Zähler. Über ein Gateway kann bei dieser Technik bestenfalls auch die Anbindung von weiteren Smart-Building- und Smart-Home-Systemen ermöglicht werden, die den Komfort bei der Immobiliennutzung verbessern.

Das Gateway lässt sich als Schaltzentrale verstehen – alle Daten, die Zähler und evtl. andere Sensoren sammeln, werden an dieses Gateway gesendet und dort verarbeitet. Wird eine „Aktion“ nötig, sendet das Gateway die dazugehörigen Daten an entsprechende Plattformen weiter. Ganz einfach erklärt: Der digitale Zähler übermittelt Werte an ein Gateway. Von dort werden sie zur Weiterverarbeitung in einer Cloud-Plattform zum Abruf bereitgestellt oder an die entsprechende Plattform eines Energiedienstleisters bzw. eine Softwarelösung für das Immobilienmanagement weitergeleitet.

Als Immobilienunternehmen jetzt schon an die Umrüstung denken

Die erwarteten Gesetzesänderungen evtl. schon jetzt umzusetzen, kann umso sinnvoller sein, da Mess- und Erfassungsgeräte in Gebäuden für mehrere Jahre installiert werden. Ein naheliegender notwendiger Austausch ist demnach ein guter Zeitpunkt, um auf fernablesbare Lösungen umzurüsten. Immobilienunternehmen sollten das Thema darüber hinaus strategisch denken. Denn im Zusammenhang mit der ohnehin stattfindenden digitalen Transformation der Immobilienwirtschaft steckt für sie viel Innovationspotenzial in der Umsetzung der EED und dem Submetering.

Smart Building Lösungen einbinden

Der erzwungene Austausch der Mess- und Erfassungsgeräte bietet eine gute Gelegenheit, sich für die Zukunft der Immobilienwirtschaft zu rüsten und besonders in Büroimmobilien weitere digitale Smart-Building-Plattformen einzusetzen. In moderne Systeme mit einem zentralen Gateway lassen sich neben der entsprechenden Messtechnik beispielsweise Sensoren bzw. mit Sensoren ausgestattete Geräte integrieren. Je nachdem, welche Komponenten zusätzlich in das System eingebunden sind, können Immobilienunternehmen individuelle Dienstleistungen, wie die gezielte Steuerung des Facility Managements oder ein effektives Flächen- und Arbeitsplatzmanagement anbieten – ganz im Sinne großer Zukunftstrends, wie Smart-Buildings und damit verbundenen Möglichkeiten zur Optimierung von Prozessen und weitführenden Kosteneinsparungen für Betreiber und Nutzer.

 Jens Hoffstiepel

www.spacewell-germany.com

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