Darauf muss bei längeren Schließungen geachtet werden

Trinkwasser-Installationen während Corona-Krise

Die Restriktionen aus Bund und Länder führten zu temporären Schließungen vieler gewerblich genutzter Gebäude und Läden. Eine genaue Dauer ist aus heutiger Sicht noch nicht absehbar. Längere Schließungen bringen jedoch eine indirekte Gefährdung des Trinkwassers mit sich, denn die Nicht-Nutzung von Trinkwasser-Installationen kann zur Vermehrung von Legionellen führen.

Mit den Schließungen von Läden und Gebäuden ist der bestimmungsmäßige Betrieb von Trinkwasser-Installationen nicht mehr gegeben. Bei Betriebsunterbrechung kommt es nicht zum wie in der Planung vorgesehenen, regelmäßigen Austausch in den Wasserleitungen. Der DVQST (Deutscher Verein der qualifizierten Sachverständigen für Trinkwasserhygiene e.V.) weist darauf hin, dass dies zu Stagnationsbedingungen führt und das Risiko von mikrobieller Verkeimung mit Legionellen und anderen pathogenen Keimen im Trinkwasser erhöht wird.

Auf regelmäßigen Wasseraustausch achten
Nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung ist der bestimmungsmäßige Betrieb von Trinkwasser-Installationen jederzeit sicherzustellen. Das bedeutet, dass auch bei geschlossenem Betrieb spätestens alle 72 Stunden eine bestimmungsmäßige Nutzung simuliert werden muss, damit das in den Leitungen befindliche Trinkwasser ausgetauscht wird. Bei Betriebsunterbrechungen von mehr als drei Tagen sind vorbeugende und nachsorgende Maßnahmen, wie etwa die Abstellung und kalte Ausspülung der TWE, zu organisieren, um einen technisch und hygienisch einwandfreien Zustand der Trinkwasser-Installation zu gewährleisten. Bei Betriebsunterbrechungen ab vier Wochen sollte generell die Wasserversorgung abgesperrt und die Zirkulationspumpe abgeschaltet werden.

Bei Wiederinbetriebnahme nach maximal vier Wochen weist der DVQST darauf hin, dass an allen Entnahmestellen ein vollständiger Wasseraustausch durchzuführen ist. Sollte die Unterbrechung länger als einen Monat dauern, sind zusätzliche mikrobiologische Kontrolluntersuchungen und Legionellen, sowohl in den Kalt- als auch in den Warmwasserleitungen, durchzuführen. Weitere Informationen unter www.dvqst.de.

Verena Leonhardt
www.bvi-verwalter.de

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