Wege zum Erfolg

Verwalter-Sein – Fluch oder Segen?

Oft werde ich in Unternehmen gerufen, in denen Menschen durch inhaltliche Schwierigkeiten eine unangenehme Arbeitsatmosphäre schaffen, oder wenn Erfolge, wie auch immer diese definiert sind, ausbleiben. Angestrebt ist immer eine Veränderung.

Oftmals wünschen sich die Menschen mehr Souveränität im Umgang mit speziellen Themen oder mit schwierigen Menschen und in Führungsfragen. Hier ist der Fokus klar darauf gerichtet, was nicht funktioniert, was kein Erfolgserlebnis erlaubt und was eindeutig nicht gut ist und gut tut.

Wir alle wissen, wie wir uns fühlen, wenn wir uns intensiv mit Negativem beschäftigen. Kaum einer kann sich davor verschließen, das eigene Energieniveau schon in der rein gedanklichen Auseinandersetzung mit ernsthaften Problemen dem rasanten Abstieg preiszugeben.

Wie schwer es ist, sich selbst wieder am Schopf aus einem Tief herauszuziehen, dürfte jeder von uns schon erfahren haben. Spätestens wenn wir einmal unten angekommen sind, wird deutlich, dass oftmals Gleiches Gleiches anzieht.

Wenn wir allzu sehr in den Bereich dessen eintauchen, was nicht läuft, erschaffen wir eine ungünstige, sich ausbreitende Dynamik. Dabei muss es sich nicht um den gleichzeitigen Verlust mehrerer großer Gemeinschaften handeln. Das wird auch an den banalsten Alltäglichkeiten deutlich.

So hatte ich in der Vergangenheit oft über eine lange Zeitdauer das Glück, ohne „Knöllchen“ auszukommen – als es mich dann aber erwischte, war eine Serie von in der Regel drei Protokollen in kurzer Zeit eingeläutet. Groß war dann die Erleichterung, als nur das „eigenwillige Abstellen des Fahrzeugs“ Grund der behördlichen Kritik war.

Wir erschaffen Lebensqualität durch die Qualität der Gedanken

Jede Veränderung sollte mit einer Analyse der positiven Bereiche beginnen, derjenigen, die gut aufgestellt und organisiert sind. Sie stellen in der zu verändernden Situation die Basis dar, auf der Wachstum in den diffizilen Bereichen erst möglich ist. Um diese Aspekte müssen wir uns nicht verändernd kümmern, aber wir sollten uns ihrer bewusst sein und sie wertschätzen. An diesen Bereichen können wir uns aufrichten, durch sie sind wir überhaupt aktiv im Geschehen. In der Akzeptanz des Positiven verändert sich die innere Haltung zum Gesamten und die gefühlte Bedrohung durch das Missliche schwindet zu Gunsten einer realistischen Einschätzung.

„Beschäftigt Euch mit Euren Erfolgen!“

Die Beschäftigung mit Erfolgen tritt oft gegenüber dem Vorhalten von Schwächen in den Hintergrund. Wir sollten aber regelmäßig analysieren, mit welchen Mitarbeitern und Kunden der Kontakt besonders harmonisch und vertrauensvoll stattfindet und vor allem, welche Verhaltensweisen und Beziehungsmuster die Grundlage des guten Miteinanders darstellen.

Ebenso wichtig ist es, sich die Vorzüge der eigenen Leistung und die der jeweiligen Mitarbeiter ins Bewusstsein zu rufen, bevor man in ein Kritikgespräch einsteigt, und manchmal sogar, bevor man das Büro betritt.

Martina Vetter
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Foto oben: Martina Vetter, Foto unten: Shutterstock

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