Neues Jahr, neues Glück!

Warum sind die gescheiterten guten Vorsätze vom Silvesterabend trotzdem wichtig?

Es ist noch nicht so viele Tage her, dass wir den Jahreswechsel 2012/2013 erlebt haben. Die meisten von uns haben diesen Moment hoffentlich in Feierlaune genossen.

Der Silvesterabend dient ja vielen auch dazu, zurückzublicken, ein Fazit zum ausklingenden Jahr zu ziehen und Erwartungen zu „erfühlen“, die unser Leben im neuen Jahr bereichern sollen.

Diese Gedanken und Emotionen formulieren wir gerne als Ziele für ein besseres, positiveres Leben in der Zukunft – gute Vorsätze fassen nennt man das. Und manchmal stellen wir dann fest, dass das, was uns zu Beginn des neuen Jahres so überaus reizvoll und wichtig erschien, sich bereits im gerade beginnenden Alltag verflüchtigt. Frust über unsere mangelnde Konsequenz und unser undiszipliniertes Verhalten kommt auf.

So weit, so unbefriedigend – aber keine Sorge, ich werde Sie jetzt nicht mit Erläuterungen dazu langweilen, warum viele wirklich gut gemeinte Vorsätze scheitern. Davon wimmelt es in unzähligen Ratgeber-Seiten von Illustrierten bereits genug. Ich will Sie vielmehr zur Auseinandersetzung damit einladen, ob wir diese Situation nicht auch anders denken können.

Ach ja – sollten Sie am Silvesterabend den Entschluss gefasst haben, künftig keine Artikel über gute Vorsätze mehr zu lesen, dann haben Sie jetzt die letzte Gelegenheit, diesem Vorsatz treu zu bleiben.

Wichtige Erkenntnisse

Mit etwas Abstand (in gelöster Feierlaune und abseits vom Büro) gelingt uns etwas, was wir im Alltäglichen in der Regel nicht schaffen: Wir bekommen ein Gespür für unsere tatsächlichen Bedürfnisse. Niemand würde auf die Idee kommen, einen Zug bei voller Fahrt reparieren zu wollen. Den muss man erst stoppen, um notwendige Optimierungen vornehmen zu können. Deswegen: Gönnen Sie sich, zunächst inne zu halten, und sorgen Sie für Distanz zu Ihrer gewohnten Situation, wenn Sie Veränderungen anstreben!

In der ersten Euphorie erscheinen uns unsere Ideen einfach nur großartig, ein Scheitern scheint unvorstellbar. Zu einer guten Strategie gehört aber, dass wir uns eine Phase des kritischen Blicks erlauben: Was ist nicht zu Ende gedacht oder gar falsch an unserem Plan? Fühlen sich diese Überlegungen auch erst einmal frustrierend an, so eröffnen sie doch die Möglichkeit, Lösungen für die Probleme zu finden, die morgen ganz sicher auftreten werden.

Ein spontan getroffener Entschluss offenbart oft erst später seinen Preis. Wenn wir dann nicht gewillt sind, unsere Entscheidung umzusetzen, sind wir schlicht nicht dazu bereit, die damit verbundenen Konsequenzen zu tragen. Das heißt, dass wir zwischen den Alternativen „Neu mit Aufpreis!“ und „Bewährt mit überschaubaren Kosten“ die für uns optimale Wahl getroffen haben.

Der Wunsch nach Veränderung entsteht in der Regel aus einer Situation heraus, die uns nicht behagt oder unerträglich erscheint. Das „weg von“ ist dann die verheißungsvolle Variante, der wir gerne zustreben. Erst beim Verlassen unseres angestammten Platzes, unserer „Heimat“ bemerken wir vielleicht, dass wir auch Dinge aufgeben, die wir geschätzt haben. Vielleicht stellen wir jetzt fest, dass unsere bisherige Situation gar nicht so unsäglich war und … kehren dorthin zurück. Das ist in meiner Welt kein Versagen. Das kann eine bewusste, kluge Entscheidung sein.

Und das Fazit?

Sie merken hoffentlich: Ich denke, dass jeder Mensch die für ihn optimale Wahl aus den Alternativen trifft, die ihm zur Verfügung stehen. Und um nicht falsch verstanden zu werden: Ich finde auch, dass jeder konsequent und mit Leidenschaft an seinen Zielen arbeiten sollte.

Das setzt allerdings voraus, dass dieses Ziel auch tatsächlich sein eigenes Ziel ist!

Thorsten Woldenga
info@tcc-woldenga.de

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