Auswertung der BEIRATaktuell-Leserumfrage 2016 Teil 1

Wohnungsverwaltung braucht Fachkompetenz

Anfang der 1960er-Jahre behauptete das Unternehmen Bauknecht, dass es weiß, was Frauen wünschen. Vielen ist der Werbespruch noch heute in Erinnerung, aber warum? - Weil Bauknecht die Erwartungen seiner Kunden übertraf oder aufgrund der Zweideutigkeit?

Die Erfahrung zeigt, dass Empathie leicht an Grenzen stoßen kann, wenn es um die Wünsche der Kunden und speziell um die Erwartungen von Wohnungseigentümern geht. In solchen Fällen helfen empirische Erhebungen.

Mehr Klarheit schaffen

Da die Wohnungsverwaltung eine stark personenbezogene Dienstleistung ist, ist es wichtig, die Erwartungen der Kunden zu kennen. Um mehr Licht in diese Angelegenheit zu bringen, erhielten die Leser der BEIRATaktuell einen umfassenden Fragebogen.

Die Ergebnisse in drei Teilen

Die Erwartungen der Eigentümer an die Wohnungsverwaltung kann man mit dem Kernsatz zusammenfassen: „Die Verwaltung des Wohnungseigentums wird ausschließlich kompetenten Fachunternehmen anvertraut.“.
Die Resultate der Umfrage werden wir in drei Schritten präsentieren. In Teil 1 beginnen wir mit den Highlights zu den Rubriken Unternehmensprofil, Kernleistungen und zusätzliches Leistungsspektrum. Im Teil 2 befassen wir uns mit dem konkreten Zahlenwerk der Antworten. Im Teil 3 beleuchten wir die Schlussfolgerungen für das Marketing.

Der Profi aus Ihrer Region

In den Erwartungen der Eigentümer und den aktuellen Bestrebungen rund um das Thema „Berufszulassungsregelungen für Immobilienverwalter“ zeigen sich starke Parallelen. Für die Eigentümer sind Zuverlässigkeit, Sachkenntnis und der Abschluss von wertsichernden Versicherungen die K.-o.-Kriterien bei der Bewertung von Wohnungsverwaltungen. Das drückt sich vor allem in dem mehrheitlich geforderten Unternehmensprofil aus: Die Befragten erwarten eine hauptberufliche Wohnungsverwaltung, die seit mindestens 8 Jahren auf dem Markt tätig ist. Diese hat einen soliden Qualifikationsnachweis vorzuweisen, der aktiv, vorzugsweise durch Mitgliedschaft in einem Fachverband, erweitert wird. Neben einer Vermögensschadenhaftpflicht- sollte auch eine Vertrauensschadenversicherung vorliegen. Dabei finden unternehmergeführte Betriebe aus der Region die höchste Zustimmung.

Die Mehrheit mag’s flott

Die hohe Fachkompetenz spiegelt sich auch bei der Erfüllung der Kernleistungen wider. Dabei wird stark auf die Leistungsfähigkeit und Organisationsstruktur geachtet.
Die Wohnungseigentümer erwarten die Abwicklung von Abrechnung und ETV bis Jahresmitte durch ihren fest zugeordneten Sachbearbeiter. Hoher Wert wird auf die fachliche Qualifikation im organisatorischen und kaufmännischen, nicht jedoch im technischen Bereich gelegt. Klare Struktur auch bei Notfällen – hier wird ein eindeutiger „Fahrplan“ erwartet.

Spezialisiert auf Immobilie

Der verlässliche Partner darf auch umfassender für die Immobilien tätig sein. Die Eigentümer sehen sich gerne in den Händen von Spezialisten, die eine aktive Informationspolitik betreiben sowie den Wert von Beschwerden zu schätzen wissen. Unternehmen, die über den Tellerrand hinausblicken und durch ihr Verhandlungsgeschick Vorteile für die Eigentümer erwirtschaften, werden klar bevorzugt. Außerdem ist ein konkreter Bedarf nach papierloser Information zu verzeichnen.

Fazit

Die Erwartungen spiegeln den Ruf nach mehr Qualifikation in der Immobilienbranche wider - schließlich traut man die Verwaltung seiner Vermögenswerte nicht jedem X-beliebigen an. Dieses bessere Verständnis für den Bedarf der Wohnungseigentümer ermöglicht professionellen Anbietern ihre Dienstleistungen zu optimieren. Ein guter Schritt in die gemeinschaftliche Zukunft.

Friedrich Dammann
[email protected]

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